Hubertusgottesdienst im Ägidikircherl

8. November 2025

Gen 1, 26-31
 Mt 6, 25–33 

 Liebe Jägergemeinschaft,

Im Angesicht unserer Natur können wir Menschen immer wieder ins Staunen kommen. Einerseits ist da unfassbare Bewunderung, wenn wir an einen Sonnenaufgang denken oder die wunderschöne und beeindruckende Berglandschaft unserer Alpen. Es gibt aber auch die furchteinflößende Natur, wenn wir an Katastrophen wie den Hurrikan Melissa denken oder auch an Überschwemmungen in unseren Breiten wie in Simmling im Frühjahr. Sowohl vor der Schönheit als auch vor der Gewalt dieser Schöpfung stehen wir manchmal mit offenem Mund da und fragen uns vielleicht: Wer hat sich das ausgedacht?

Die Heilige Schrift gibt uns eine Antwort darauf. Ohne Anspruch auf eine naturwissenschaftliche Erklärung lesen wir im Buch Genesis von GOTT, der in die wüste und leere Welt Ordnung bringt. Er schöpft aus dem Chaos einen Garten – einen guten Ort. Immer wieder wird das wiederholt: Er sah, dass es gut war.

Ein guter Ort, in den er schließlich den Menschen setzt als sein Abbild, ihm ähnlich, aber nicht Gott selbst – als ein Ebenbild, das Verantwortung trägt. Und dieser Mensch bekommt einen Auftrag: diese neue Ordnung, diesen vollkommenen Ort zu verwalten, zu bewahren und nicht – wie die unglückliche Übersetzung der Bibel lange Zeit „beherrschen“ meinte. Wohin es führt, wenn der Mensch die Natur beherrschen will, sehen wir an den Auswirkungen des beschleunigten Klimawandels seit 150 Jahren.

Liebe Jägergemeinschaft, die Aufgabe, die ihr übernehmt, ist im besten Sinne eine Bewahrung unserer heutigen Kulturlandschaft und damit unserer Lebensgrundlage. Es ist ein Dienst an der Schöpfung und den Menschen. Und auch wenn man euch landläufig für feine Wildspeisen dankt, ist das Gros eurer Arbeit die Erhaltung und Kontrolle einer gesunden Wildpopulation und nutzbarer Wald-, Wiesen- und Agrarflächen – und nicht zuletzt die verantwortungsvolle Aufgabe, in der Natur über Leben und Tod zu entscheiden.

So wie Gott sich am Anfang um seine Schöpfung sorgte, so dürfen wir mit den Worten Jesu vertrauen, dass diese Erde für uns sorgt. Wir dürfen glauben, dass GOTT, der HERR, uns diese Welt übergeben hat als einen Ort, in dem wir uns entfalten und gut leben können und wo wir alles vorfinden, was wir brauchen. Ja, dass unsere Natur ein Ort ist, wo der Mensch sein Leben zum Lobe Gottes gestalten kann.

Dafür leistet auch ihr einen wesentlichen Beitrag.
 Für die kommende Saison wünsche ich euch viele wunderbare Erfahrungen in Gottes lebendiger Schöpfung, Freude in der Natur sowie einen scharfen Blick und eine ruhige Hand.

AMEN